Abschied nach zwölf Jahren beim ASV - Lars Gudat tritt Anstellung bei Partner Funke Kunststoffe an

Henning Wegener/ASV
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Nach zwölf Jahren beim ASV beendet Rechtsaußen Lars Gudat im Sommer seine Profilaufbahn als Handballer. Der gebürtige Hemeraner wechselt ...

Nach zwölf Jahren beim ASV beendet Rechtsaußen Lars Gudat im Sommer seine Profilaufbahn als Handballer. Der gebürtige Hemeraner wechselt mit knapp 30 Jahren den Beruf und tritt im Sommer eine Anstellung als Produktmanager bei ASV-Partnerunternehmen Funke Kunststoffe an. Im Interview mit Pressesprecher Simon Kottmann äußerte sich der zweifache Familienvater zum bevorstehenden letzten Heimspiel und rückblickend zu zwölf Jahren als ASV-Profi.

Nun wird es langsam ernst: Am Samstag steht mit dem letzten Heimspiel der Saison auch Dein letztes Spiel als Profi in der WESTPRESS arena an. Wie groß ist das Kribbeln?

Lars Gudat: „Das Kribbeln ist schon enorm. In den letzten Wochen beschäftigt man sich schon damit, jetzt jeden Tag mehr. Je konkreter es wird. Ich vermute, dass das bis zum Wochenende noch wesentlich stärker wird. Aber ich freue mich auf darauf, auch wenn ich damit rechnet, dass das extrem emotional wird. Zwölf Jahre sind schon ein langer Zeitraum, vor allem im oftmals so schnelllebigen Sport. Für mich sind in Hamm ja nicht nur Freundschaften entstanden, ich habe hier meine Partnerin gefunden und lebe hier mit meiner Familie. Umso schöner ist es, dass ich auch künftig beruflich hier in Hamm bleiben kann.“

Wenn Du zurückschaust, was waren für die Dich die herausragenden Momente in Deiner Zeit beim ASV?

Lars Gudat: „Selbstverständlich das gesamte Aufstiegsjahr 2010. Dann die Aufstiegsparty, die ja im Grunde mehrere Tage dauerte, und dann war natürlich auch das Spiel in den ausverkauften Dortmunder Westfalenhallen ein absolutes Highlight für alle, die das erleben durften. Ein bisschen ist es schade, dass es in diesem Jahr nicht mit dem Aufstieg geklappt hat. Denn das dürften wieder besondere Feierlichkeiten werden.“

Du hast in zwölf Jahren viele Spieler und ja sogar einige Trainer kommen und gehen sehen, welcher oder welche davon hat oder haben Dich positiv am meisten beeindruckt?

Lars Gudat: „Auf jeden Fall fällt mir da sofort Mittelmann Peter Hazl ein. Er war rückblickend alleine von seiner Spielart her ein ganz besonderer Spieler beim ASV. Und für einen Außenspieler erst recht, denn seine Pässe aus dem Spiel heraus von der Mitte direkt auf Außen waren schon eine herausragende Spezialität. Auch die Freundschaften mit Martin Ziemer, Mario Clößner und Markus Hock, sind etwas Besonderes für mich. Gerade die drei haben mich in meinen Anfangsjahren beim ASV als ganz jungen Spieler mit gerade einmal 18 Jahren quasi an die Hand genommen.“ 

Wie bewertest Du die Entwicklung, die der ASV in den vergangenen zwölf Jahren genommen hat – angefangen von der Zweitligazeit in der Steinhalle über den Bau der heutigen WESTPRESS arena bis hin zum kurzen Erstligaaufenthalt und der nun gefestigten Spitzenrolle in Liga 2?

Lars Gudat: „Beim ASV hat sich alles in dieser Zeit unglaublich professionell entwickelt. Jeder neue Spieler, der hierher wechselt, ist immer wieder erstaunt und begeistert von den Bedingungen, die man hier vorfindet und was selbst bei manchem Erstligisten so nicht ist. Das ist eine unglaubliche Entwicklung. Natürlich gab es in den Jahren auch Rückschläge, aber wir alle sind uns wohl einig, dass das zu einer Entwicklung dazu gehört. Und dazu gehört auch, dass nach und nach an manchen Stellen Hauptamt das Ehrenamt ablöst. Aber wenn man überlegt, dass ein Zweitligist aus dem vorderen Bereich wie ein mittelständisches Unternehmen aufgestellt ist, dann ist auch diese Entwicklung irgendwann unumgehbar. Denn ein solches Event, wie wir es bei jedem Heimspiel in der Westpress Arena erleben dürfen, wäre rein ehrenamtlich überhaupt nicht stemmbar.“

Worauf freust Du Dich ab Sommer am meisten? Und wovor hast Du den größten Respekt?

Lars Gudat: „Ein Vorteil dürfte ab Sommer für mich ein geregelteres Leben sein, was mir natürlich viel mehr Zeit für meine Familie ermöglichen wird. Über 40 Handballspiele je Saison – die meisten davon am Wochenende – schränken einen selbst und das Familienleben sehr ein. Aber das ist ein Preis, den man vor allem als junger Profisportler gerne zahlt, das weiß man ja von vorneherein. Respekt ist vielleicht für mich nicht das richtige Wort, ich weiß aber, dass die neuen eben wesentlich festeren Arbeitszeiten nach so vielen Jahren eine Umstellung bedeuten. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das gut schaffe. Denn in letzten Jahren hat es mit der Doppelbelastung Profisportler und Studium ja auch gut geklappt.“

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